Meine neuen Mitbewohner

Och, ich dachte ich schreibe mal wieder…

Nachdem ich jetzt schon mit einer Georgierin, einem Kanadier, einem Franzosen, Deutschen, Bayern, einem Chinesen, einer Tschechin, einem Inder, einem Pakistani, einem Ukrainer und einem Ägypter zusammengelebt habe, kamen vergangene Woche zwei Finnen dazu: Mika und Anton.

Als im am Mittwoch in die Wohnung kam, war niemand da. Durch die Dinge, die in der Küche neu hinzugekommen waren, wusste ich, dass ich auf jeden Fall einen Mitbewohner bekommen habe, wie mir es ja angekündigt wurde. Die Dinge im Kühlschrank und auf der Arbeitsfläche ließen allerdings erstmal keine Rückschlüsse auf mehr als eine Person zu. Das hölzerne Buttermesser auf der Butter im Kühlschrank, der finnische Käse, der Milchvorrat einer Kleinfamilie, die randvollen aufgebrühten Kaffeefiltertüten im Mülleimer, die Paulig-Kaffeedose (Paulig ist hier in Finnland die Marke, wenn es um Kaffee geht, viel von ihrem Handwerk verstehen sie allerdings nicht) und die Haferflocken für Haferschleim deuteten allerdings eindeutig auf einen Finnen hin.

Nach der Sauna abends hörte ich zwei Stimmen aus meiner Wohnung und dachte „Na, super! Kaum wohnt er hier, hat er schon Besuch!“ Aber ich habe tatsächlich zwei Mitbewohner bekommen, die sich an der Turun Yliopisto (Universität Turku) für Jura beworben haben und jetzt im April für ca. 2,5 Wochen hier Einführungsveranstaltungen haben, an deren Ende ein Test steht, der darüber entscheidet, ob du für den Studiengang zugelassen wirst. In Finnland ist es nämlich wohl bei einigen Studiengängen üblich eine Bewerbungsphase vor Beginn des Studiengangs abzuhalten. Im Gegensatz zu Deutschland kann man in Finnland unabhängig von der Abi-Note studieren. Dafür musst du dir aber in der Bewerbungsphase den Allerwertesten aufreißen. Meine zwei Mitbewohner sind dementsprechend letzte Woche von frühmorgens bis spät abends in der Uni gewesen, auch gestern waren sie bis 16 Uhr in der Bibliothek: als Jura-Bewerber dürfen sie sich jetzt staubtrockene Gesetzestexte, Rechtsprechungen und rechtliche Rahmenbedingungen reindrücken, anscheinend so 500 Seiten.

Ich komm mit beiden super klar und freu mich, dass ich es so gut erwischt habe! Natürlich – aber das gehört nunmal dazu – ist nicht mehr alles so sauber in Bad und Küche, man muss sich etwas arrangieren bei der Nutzung des Bads, aber im Endeffekt freue ich mich, wenn man abends zusammen isst und sich unterhält.

Stockholm Erinnerungen

Da es heute Abend mit der Fähre für einen Tag nach Stockholm geht, wollte ich mal nachschauen, wo ich mit Julian und Rosi damals in Södermalm, einem Stadtteil von Stockholm, Kaffee trinken und Abendessen war. Man muss sagen, ich hab mich seit dem Besuch über Silvester nicht mehr mit Stockholm beschäftigt. Ich dachte zuerst, das wird die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Umso überraschter war ich gerade, als ich mit Hilfe meiner Erinnerung und Google Maps alles soweit wieder rekonstruieren konnte. Mich freut das jedes Mal, wenn ich mich so auf mein Gedächtnis verlassen kann. Umso irritierter war ich letztens als mir eine Erinnerung gefehlt hat. Ich weiß noch, dass ich damals mit meinem amerikansichen Austauschschüler Danny und seiner Ma mit dem Auto irgendwo hingefahren bin. Beim Wechseln vom einen auf den anderen Highway ist ihr Auto in der Kurve der Abfahrt ins Schlingern geraten. Ich weiß noch, wie ich im Auto saß und gespürt hab, dass die Reifen keine Haftung mehr hatten, weil sie zu schnell war… aber ich weiß nicht mehr, ob wir danach auf der Wiese standen. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber da fehlt trotzdem das entscheidende Puzzleteil und das ist komisch.

Beim Zeitungsaustragen hat mir mein Gedächtnis aber nach einiger Zeit ein Schnippchen geschlagen. Ich musste mir immer genau aufschreiben, wer gezahlt hat, weil ich das nicht mehr rekonstruieren konnte. Wenn man irgendwann seit 15, 16 Monaten immer vor den selben Türen stand, vermischen sich die Szenen, die man im Kopf hat. Da kannst du dann zwei Wochen später nicht mehr sagen, ob Frau Müller gezahlt hat, weil die Szene, die du im Kopf hast, auch aus dem vorigen Monat sein kann.

Überraschung aus der Heimat

Nachdem ich gestern durch halb Turku fahren durfte, um mein Paket bei der Post abzuholen, habe ich mich vorhin mal ans Auspacken gemacht. Und weil es so schön eingepackt war, habe ich ein paar Fotos gemacht.

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Ich bin überwältigt, vielen Dank! In dem Paket steckt eine ganze Menge Liebe, bei der Sorgfalt, wie es eingepackt war und den lecker, selbst gebackenen Plätzchen und dem Stollen. Jetzt kann ich hier endlich auch ein bisschen weihnachtliche Stimmung aufkommen lassen in meiner (leider immernoch) tristen Bude. Und an den Apfeltaschen und Fertigkuchen kann ich im Supermarkt jetzt ganz schnell vorbeigehen! (:
…nur Tee sollte ich mir morgen einen kaufen, Oma! ;)

Bäcker, die noch selber backen

Eine wunderschöne Idee der Zeit, die einzige Zeitung, für die ich auch als Digitalversion Geld ausgeben würde. Als Ergebnis einer Leserumfrage, wurde gestern eine Karte veröffentlicht mit Bäckereien, in denen noch selber gebacken wird. Zwei Adressen dürfen da natürlich nicht fehlen: die Bäckerei Weber in Aue und Durlach und die Schnellers Backstub’n in Eichstätt.

In der Liste, was bei der Bäckerei Weber zu empfehlen ist, fehlen leider die Rosinenbrötchen! Herrlich!

Backerei Weber

Rosinenbrötchen waren in Eichstätt etwas schwerer zu bekommen, dafür bot Schnellers Backstub’n eine riesen Auswahl an leckeren Broten! Ich konnte die auch daheim nicht einfach wegräumen. Meistens haben sie so gut aus der Tüte herausgeduftet, dass ich erstmal ein, zwei Scheiben essen musste. In der Liste fehlen leider die beiden anderen Eichstätter Bäckereien: Lehner Bäck und die Bäckerei Sipl.

Schnellers Backstub'n

Und wer selber schauen möchte, welche Bäckerein es in seiner Umgebung gibt: Zeit Magazin – Hier ist der nächste gute Bäcker.

Putin im ARD-Exklusivinterview

Man kann über die Krise in der Ukraine und Russlands Haltung denken wie man möchte. Man muss allerdings auch sagen, dass die europäische Presse nicht gerade neutral schreibt. Das haben Max Uthoff und Claus von Wagner in „Die Anstalt“ im ZDF schon mehrmals anschaulich, wenn auch satirisch überspitzt, gezeigt.

Da ist es eigentlich eine gute Gelegenheit den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Wort kommen zu lassen und seine Position erklären zu lassen. Ich bin mir sicher, dass nicht alles, was Putin in dem Interview an Argumenten vorbringt, als wahrheitsgemäß betrachtet werden kann. Aber ich finde es eine sehr gute Möglichkeit die Gegendarstellung der europäischen Presse und Politik zu hören. Und es regt zum Nachdenken an über die Positionen und das forsche Vorgehen des Westens, also der EU und der NATO.

Das Interview im Originalton, sowie in der deutschen Übersetzung, ist hier tagesschau.de – Putin im ARD-Exklusivinterview zu finden.

Es schneit, es schneit…

Heute Vormittag hat es angefangen zu schneien. Dicke Flocken sind mir auf dem Weg in die Uni die ganze Zeit in die Augen gefallen.

Schnee am Aurajoki

Schnee am Aurajoki

Bis zum Nachmittag hat es weiter geschneit, dann ging der Schnee langsam in Regen über und laut meinem Wetterbericht war es das jetzt erstmal wieder, da die Temperaturen wieder leicht ansteigen.

Schnee in Haliskylä

Schnee in Haliskylä

Den ersten Schnee aber habe ich schon letzten Samstag gesehen, als wir abends aus der Sauna im Kurjenrahka Nationalpark kamen und in den See gerannt sind. Das ist schon lustig, wenn du die Tür der Sauna aufmachst und plötzlich Schnee vom Himmel fällt.

Die Leute vom ESN (Erasmus Student Network) der Uni Turku fanden das Treiben der Internationals heute wohl sehr unterhaltsam Ich bin auch mit sehr guter Laune zum Mittagessen geradelt, obwohl ich ständig Schneeflocken im Gesicht hatte.

ESN Uni Turku (06.11.2014)